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Gute Noten, nichts gelernt? Wiss. Arbeiten mit und trotz KI lernwirksam gestalten

Leitlinien zum Umgang mit KI im Kontext des wissenschaftlichen Arbeitens fokussieren meist formale und rechtliche Aspekte. Die psychologischen Effekte auf das Lernverhalten von Studierenden und Lernergebnisse für die Studierenden bei der Nutzung von KI werden nicht oder nur am Rande betrachtet. Auf Basis fundierter psychologischer Modelle und Theorien lassen sich jedoch durchaus Vorhersagen ableiten, wie sich die Nutzung von KI beispielsweise auf die Tiefe der Informationsverarbeitung beim wissenschaftlichen Arbeiten und den Lernzuwachs auswirken. So lässt sich zeigen, dass die Studierenden zwar an Qualitätskriterien gemessen bessere Arbeiten schreiben, sich dafür aber weniger anstrengen (müssen). Dies kann zu einem geringeren, (langfristigen) inhaltlichen Lernzuwachs und zu geringerer Expertise im Thema führen. Auf der anderen Seite können KI-Tools bei geschicktem Einsatz aber durchaus das kritische Denken beim wissenschaftlichen Schreiben und Kollaborationsprozesse unterstützen und dadurch auch zu einer vertieften Beschäftigung führen, was wiederum auch den inhaltlichen Lernzuwachs erhöhen könnte. In der Diskussion soll, auf Basis fundierter psychologischer Modelle und Theorien sowie - soweit bereits möglich - forschungsbasiert aufgezeigt werden, unter welchen Voraussetzungen und in welchen Situationen der Einsatz von KI beim wissenschaftlichen Arbeiten lernförderlich ist und wo eher nicht. Dabei werden auch kognitive und motivationale Voraussetzungen sowie die Selbstregulationsfähigkeit der Lernenden berücksichtigt. Aus diesen Überlegungen leiten wir konkrete Handlungsvorschläge für Lehrende und Studierende ab und zeigen Forschungsperspektiven auf.

Martina Moerth

Leitung Berliner Zentrum für Hochschullehre

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