Session
Die andere Hälfte der Entscheidung
Jede Architekturentscheidung hat einen Gewinner und eine Reihe von Verlierern - vorausgesetzt, jemand hat die Verlierer überhaupt benannt. Oft wurden die Alternativen nie ausgesprochen. Und selbst wenn sie zur Sprache kamen, halten wir am Ende doch nur den Sieger fest. Ein Jahr später weiß niemand mehr, was verworfen wurde und warum. Damit lässt sich auch nicht mehr sagen, ob die Entscheidung gut begründet war oder nur dem Zeitgeist folgte.
Du hast wahrscheinlich erst kürzlich erlebt, wie das schiefgeht. Ein Coding-Agent liefert in kürzester Zeit Ergebnisse - oder ein Kollege, der sich auf einen Agenten verlässt. Alles sieht super aus. Es muss nicht einmal etwas kaputtgehen. Jemand fragt einfach, warum es so gemacht wurde, und niemand kann antworten: welche Alternativen es gab, worauf man verzichtet hat und was sich ändern müsste, um die Entscheidung umzuwerfen. Die Begründung wurde zusammen mit der Arbeit ausgelagert. Die eigene Entscheidungshoheit gleich mit. Bemerkt hat das in dem Moment niemand.
Oliver Sturm entwickelt seit fast vierzig Jahren Software und hat viele solche Entscheidungen miterlebt. In dieser Keynote zeichnet er reale Vorgänge noch einmal nach und bringt die verworfenen Optionen zurück ins Bild. Dabei schlägt er einen Maßstab vor, der kaum Aufwand kostet: Wenn du nicht sagen kannst, wogegen du dich entschieden hast, hast du dich nicht entschieden.
Oliver Sturm
DevExpress Training Director, Softwarearchitekt, Berater, Trainer, Entwickler, Autor, Docker Captain
Castle Douglas, United Kingdom
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