Clemens Möller
Biophysics Prof | Scientific Director @ IZL² | Academic Director @ Sustainability Studies (MSc)
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Clemens Möller ist Professor für Biophysik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für zukunftsfähiges Lehren und Lernen (IZL²) und Studiendekan des Masterprogramms Sustainability Studies.
Sein Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung digitaler und nachhaltiger Transformation – wissenschaftlich fundiert, strategisch gedacht, praxisnah umgesetzt und Mut machend. In der Forschung entwickelt er biophysikalische Messverfahren und tierversuchsfreie Alternativmethoden zur Arzneimittel- und Lebensmittelsicherheit, mit besonderem Fokus auf die Erkennung von Nebenwirkungen und die Digitalisierung von Laborprozessen.
In der Lehre setzt er auf forschendes Lernen, Inverted-Classroom-Konzepte und digitale Lernräume. Sein Ziel: Studierende frühzeitig zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten zu befähigen und Hochschulen zukunftsfähig zu gestalten.
Clemens Möller engagiert sich für lebenslanges wissenschaftliches Lernen, hybride Studienmodelle und eine akademische Bildung, die Wissenschaft, systemisches Denken, Nachhaltigkeit und technologische Innovationen miteinander verbindet.
Hybrid ist kein Format, sondern eine gestaltbare systemische Zumutung
Hybride Lehre ist ein zentraler Hebel für moderne Bildungsformate: Sie verbindet Präsenz und digitale Teilnahme, erleichtert die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Care-Arbeit und eröffnet neue Formen organisationsübergreifender Zusammenarbeit. Gleichzeitig wird Hybridisierung häufig als didaktische Kompetenzfrage einzelner Lehrender verhandelt. In der Praxis zeigt sich jedoch: Wo Zeitressourcen, Anerkennung, Supportstrukturen, klare Rollen und abgestimmte Erwartungen fehlen, wird Hybrid zur strukturellen Überforderung. Die Session verschiebt den Fokus von der Methodenfrage zur Organisationsfrage. Im dialogisch angelegten Workshop analysieren die Teilnehmenden gemeinsam typische Spannungsfelder hybrider Settings, tauschen strukturierte Best Practices aus und erarbeiten Ansätze für eine verantwortungsvoll gestaltete Connected University.
Beyond Hybrid Teaching: Wie Serious Games das Lehren und Lernen im KI-Zeitalter neu beleben
Hochschulen stehen 2026 unter massivem Druck: technologischer Wandel, KI-Integration, digitale Transformation und knappe Budgets verändern Lehre und Lernen tiefgreifend. Under Pressure beschreibt dabei nicht nur Belastung, sondern auch eine Chance: Druck kann zum Treiber für didaktische Innovation werden.
In vielen Lehrsettings zeigt sich jedoch ein Paradox. Hybride und asynchrone Formate eröffnen Flexibilität, gehen aber häufig mit einem Verlust sozialer Dynamik einher. Häufig wird ein Verlust an Interaktion beschrieben, Beziehung als zentrale Grundlage von Lernen gerät in den Hintergrund. Leere Hörsäle, kaum genutzte synchrone Angebote, minimale Beteiligung in Online-Räumen und durch KI zunehmend homogen wirkende Leistungen prägen vielerorts das Bild. Klassische Aktivierungsversuche greifen dort zu kurz, wo soziale Verbundenheit fehlt.
Dieser Vortrag argumentiert, dass dieser Befund weniger ein technisches als ein sozial-didaktisches Problem ist. Er zeigt, wie der gezielte Einsatz von Serious Games und Planspielen als Resilienz-Hebel in digital dominierten Lernumgebungen wirken kann. Kollaborative Formate wie das Fishing Game, Climate Fresk oder LEGO® Serious Play® schaffen gemeinsam erlebte Situationen, die kognitive, affektive und soziale Lernprozesse verbinden. Sie erzeugen Gemeinschaft, Reflexion und geteiltes Verständnis – genau jene Qualitäten, die unter KI-Bedingungen besonders unter Druck stehen – und bilden eine tragfähige Basis für anschließende digitale und teil-asynchrone Arbeitsphasen.
Anhand konkreter Beispiele und reflektierter Praxiserfahrungen zeigt der Vortrag, wie Serious Games soziale Lernräume reaktivieren, Lernende zur aktiven Teilhabe einladen und Lehrende neu in Beziehung zu Studierenden setzen. Er lädt dazu ein, Lehre im KI-Zeitalter nicht nur effizienter, sondern bewusst sozial robuster zu gestalten und so dem Festivalmotto Under Pressure mit einer zukunftsfähigen, erfahrungsbasierten Lehrpraxis zu begegnen.
Digitale Portfolioprüfungen in naturwissenschaftlichen Grundlagen
Im Rahmen einer Grundlagenvorlesung “Physik” wurden (digitale) Portfolio-Prüfungen eingeführt und erprobt. Diese ermöglichen eine Abkehr von klassischen klausur-zentrierten Prüfungsformen und adressieren so verschiedene Herausforderungen. Erfahrungen mit dieser Prüfungsform aus Sicht des Dozenten sowie aus rechtlicher Sicht und aus Sicht der Studierenden werden berichtet.
Ein Studiengang als Reallabor: Nachhaltigkeit und Future Skills neu gestalten
Relevante Bildungsangebote für die Herausforderungen der Zukunft schaffen und gleichzeitig den Bedürfnissen von Studierenden an eine moderne Lern- und Arbeitswelt gerecht werden: Seit dem Wintersemester 2024/2025 wird dies an der HS Albstadt-Sigmaringen in einem Pilotstudiengang erprobt. Der projektbasierte, interdisziplinäre Master “Sustainability Studies” legt neben der Bildung von zunehmend gefragten Nachhaltigkeitskompetenzen den Fokus auf die Förderung von weiteren, wichtigen Zukunftskompetenzen wie Problemlösungsfähigkeiten, Innovationskompetenz, Kreativität und digitale Kollaboration.
Dafür wurde das Studium sorgfältig konzipiert: Ein zentraler Ansatz ist der hohe Projektanteil im Studium, der eine praxisbezogene Forschungsausbildung sicherstellt. Dies geht zusammen mit einer hohen Flexibilität im Studium: Konkrete Lerninhalte werden in Ergänzung zur Projektarbeit größtenteils digital und somit orts- und zeitunabhängig erarbeitet. Gleichzeitig wird ein großer Wert auf den direkten Austausch gelegt. Hierfür dienen vor allem abends stattfindende Diskursformate. So wird auch Studierenden im Beruf oder mit anderweitigen Verpflichtungen ein Studium ermöglicht.
Weiterhin ist eine starke Individualisierung des Studiums möglich, da Studierende aus verschiedenen Fachbereichen und passend zum Projektfokus Wahlpflichtmodule wählen. Das fördert interdisziplinäre Diskurse, die in Anbetracht von Nachhaltigkeitskompetenz von großer Bedeutung sind. Die Wahlmöglichkeiten, auch hinsichtlich der Projektthemen, fördern außerdem die intrinsische Motivation der Studierenden. Auch die Prüfungsformen sind so konzipiert, dass Zukunftskompetenzen gefördert werden. Beispielsweise wird mit Portfolios gearbeitet, die die Reflektionsfähigkeit fördern und Bezug zu den Projektthemen herstellen.
Im Vortrag gehen wir auf wichtige Erkenntnisse aus der Studiengangsentwicklung und Zwischenevaluation ein und möchten unsere Erfahrungen mit verschiedenen Methoden mit Ihnen diskutieren.
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